Fr., 11.10.2024 , 10:04 Uhr

Humanitäre Hilfe

Papst und Großerzbischof Schewtschuk sprechen über Ukraine

Einen Tag vor dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Vatikan hat der Papst eines der religiösen Oberhäupter aus der Ukraine empfangen. Franziskus sprach am Donnerstag mit Swjatoslaw Schewtschuk, dem Großerzbischof von Kiew-Halytsch und Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.

Im Mittelpunkt standen laut Schewtschuk humanitäre Fragen und die Notwendigkeit einer weiteren umfassenden Unterstützung der Ukraine durch den Heiligen Stuhl. Das berichtet die ukrainische Kirche auf ihrer Internetseite.

Auch über die Seelsorge in Kriegszeiten habe man gesprochen. „Heute stehen wir vor einer wichtigen Aufgabe: der Militarisierung der Religion zu widerstehen, die wir in der russischen Aggression gegen die Ukraine sehen“, sagte der Großerzbischof. Auch unter den schwierigen Kriegsbedingungen sollten Geistliche Hoffnung predigen. Das vatikanische Presseamt bestätigte das Treffen, ohne Angaben über den Inhalt des Gesprächs zu machen.

Schewtschuk führt die mit Rom verbundene Kirche des byzantinischen Ritus in der Ukraine. Ihr gehören etwa 4,5 Millionen Gläubige in der Ukraine und in anderen Ländern an. Zwischen dem Kiewer Großerzbischof und dem Papst hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Meinungsverschiedenheiten wegen des russisch-ukrainischen Kriegs gegeben.

„Russland zerstört systematisch die zivile Infrastruktur unserer Städte und Dörfer, beschießt Wohngebiete“, sagte der 54-Jährige. Er dankte dem Papst für seine Vermittlung bei der Freilassung von Ukrainern, die von Russland gefangen gehalten wurden. Er berichtete Franziskus nach eigenen Angaben davon, was zwei griechisch-katholische Ordensmänner in „russischen Folterlagern“ durchgemacht hätten. Einer der Geistlichen sei in der 19-monatigen Gefangenschaft so schwer geschlagen worden, dass er das Bewusstsein verloren habe, wie ein Mitbruder in einem Interview bezeugte.

KNA

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