Fr., 04.10.2024 , 10:31 Uhr

"Etwas viel Größeres und Schöneres"

Vor sächsischen Bischöfen: Papst lobt Wunder der deutschen Einheit

Papst Franziskus hat das „Wunder der deutschen Einheit“ gelobt. Die Bibel sei voll von Beispielen, wo aus etwas Unbedeutendem mit der Gnade Gottes etwas „viel Größeres und Schöneres“ entstand, als die Menschen aus eigener Kraft erreichen könnten, sagte er am Mittwoch im Vatikan.

„Einen Eindruck davon bekam man im Oktober 1989, als es einigen protestantischen und katholischen Christen in Dresden gelang, sich der Polizei entgegenzustellen“, sagte der Papst. „Es grenzte an ein Wunder, dass kein einziger Schuss fiel und auch in anderen Städten ein friedlicher Weg eröffnet wurde, den niemand für möglich gehalten hätte und der letztlich zum ‚Wunder‘ der deutschen Einheit führte.“

Franziskus äußerte sich bei einer Audienz für Bischöfe, Politiker und den Chor der Kapellknaben aus dem Bistum Dresden-Meißen. „Guten Morgen!“, grüßte er auf Deutsch. Den katholischen Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, sprach er mit „Caro fratello Vescovo“ (lieber bischöflicher Bruder) an, dessen evangelischen Amtskollegen Tobias Bilz mit „caro Landesbischof„. Mit dabei waren auch Sachsens Kultusministerin Barbara Klepsch (CDU) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Den Dresdner Kapellknaben, die auch beim Eröffnungsgottesdienst der Weltsynode am Mittwochmorgen auf dem Petersplatz auftraten, dankte er für ihren Gesang. Kunst und vor allem Musik sei eine Sprache, die jeder verstehe und die Menschen herausfordern, inspirieren und aufbauen könne, unterstrich der Papst. „Manche Dinge lassen sich nur schwer in Worte fassen, und das gilt insbesondere für das göttliche Geheimnis, das weit über unsere Gedanken und Vorstellungen hinausgeht. Deshalb haben wir in Kirchen diese reiche Symbolik, die das Unaussprechliche greifbar und konkret macht: Kerzen, Weihrauch, Kunst und Musik!“ Er dankte für die „wunderbare Harmonie“, die an das einende Wirken des Heiligen Geistes erinnere.

Die ökumenische Delegation forderte er auf, den Reichtum des Glaubens weiter zu tragen. „Es scheint mir, dass es dem Leben vieler Menschen heute an Sinn, Hoffnung und Freude mangelt, die die Welt nicht bieten kann. Deshalb bitte ich Sie dringend, den Sinn, die Hoffnung und die Freude des Glaubens mit allen zu teilen, mit Vertrauen und Demut“, sagte Franziskus.

Den Schlusssegen erteilte er wiederum auf Deutsch. „Und beten Sie für mich, diese Arbeit ist nicht einfach!“, fügte er hinzu. „Aber beten Sie für mich, nicht gegen mich!“

KNA

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