Mi., 09.10.2024 , 10:06 Uhr

Bischof Feige:

Halle-Attentat auf Synagoge vor fünf Jahren bleibt Herausforderung

Am fünften Jahrestag des Terrorangriffs auf die Synagoge in Halle hat Bischof Gerhard Feige Staat und Zivilgesellschaft zum entschiedenen Eintreten gegen Judenhass aufgerufen. „Dieses Verbrechen hat überdeutlich gezeigt, wie gefährlich der immer noch untergründig schwelende und inzwischen immer offener zutage tretende Antisemitismus in unserer Gesellschaft ist“, sagte der Magdeburger Bischof der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es bleibe eine Herausforderung.

Auch unter Christen gebe es antijüdische Vorbehalte und „noch manche tiefsitzende Ressentiments“, räumte er unter Berufung auf Religionssoziologen ein. Und das, obwohl die Kirchen jeglicher Form von Antijudaismus und Antisemitismus schon seit Jahrzehnten eine klare Absage erteilten. Feige rief dazu auf, sich mehr Wissen über das Judentum anzueignen, Kontakte zu Synagogengemeinden zu suchen und mit deren Mitgliedern ins Gespräch zu kommen. „Nur so können immer noch vorhandene Klischees und Vorurteile abgebaut werden und menschenfreundliche Beziehungen entstehen.“

Vor fünf Jahren, am 9. Oktober 2019, hatte ein Rechtsextremist mit Waffengewalt versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, um ein Blutbad unter Juden anzurichten. Zu der Zeit waren mehr als 50 Menschen dort versammelt, um den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur zu feiern. Als er nicht in die Synagoge kam, erschoss er eine Passantin davor, danach einen Maler-Azubi in einem nahen Döner-Imbiss und verletzte auf seiner Flucht weitere Menschen, zwei davon schwer. Der Attentäter filmte seine Taten und streamte sie live im Internet.

Das Oberlandesgericht Naumburg sprach den Täter des zweifachen Mordes, des versuchten Mordes in mehr als 60 Fällen und der Volksverhetzung schuldig. Es verurteilte ihn zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

KNA

Das könnte Dich auch interessieren

12.03.2026 Messdiener aus der ganzen Welt pilgern 2028 nach Rom Rom wird zum Treffpunkt der Ministranten: Zehntausende junge Messdiener aus aller Welt werden 2028 gemeinsam in die Ewige Stadt pilgern. Für das prägende Erlebnis sollen internationale Kooperationen ausgebaut werden. 12.03.2026 Kirche in Argentinien plant Gedenken an Papst Franziskus Argentinien gedenkt seines berühmtesten Kirchenmanns: Zum ersten Todestag von Papst Franziskus planen die Bischöfe Feierlichkeiten und Veranstaltungen. 12.03.2026 Altbischof Joachim Wanke im Alter von 84 Jahren verstorben Er war einer der prägenden Köpfe der katholischen Kirche in Ostdeutschland: Über 30 Jahre leitete Bischof Joachim Wanke das heutige Bistum Erfurt. Seit 2012 war er im Ruhestand, aber weiterhin ein gefragter Beobachter. 12.03.2026 Am Rosensonntag feiert Deutschlands Südwesten „Stabaus“ Es ist ein Brauch, der vor allem im deutschen Südwesten verbreitet ist. Am Sonntag Laetare ziehen Kinder durch die Straßen, begrüßen mit bunt geschmückten Stecken, mit frischen Zweigen, an denen farbige Bänder aus Papier oder Stoff baumeln, den Sommer. „Ri, ra, ro, der Sommer, der is’ do. Der Winter is’ vergange ...“: So und ähnlich tönt es am vierten Sonntag nach Fastnacht in mancher Gemeinde.