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Prävention gegen sexualisierte Gewalt: Neue Handreichung des Bistums

14.10.2015
3:59 Min

Seit Ende 2010 wurden im Bistum Augsburg mehr als 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin geschult, wie sexualisierte Gewalt gegen Schutzbefohlene verhindert werden kann. Diese Bemühungen sind Bestandteil eines umfassenderen Schutzkonzepts, das Bischof Dr. Konrad Zdarsa in Form einer diözesanen Präventionsordnung am 1. Juli 2015 in Kraft gesetzt hat. Grundlage dieser seitdem rechtlich verbindlichen Ordnung für das Bistum Augsburg ist die "Rahmenordnung - Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" vom September 2013. In Form einer Handreichung erhalten alle Pfarreien, Priester, Diakone und hauptberuflich tätige Laien in seelsorglichen und pädagogischen Aufgaben in Pfarrgemeinden und Dienststellen des Bistums nun Materialien, die ihnen die Umsetzung der Präventionsordnung erleichtern sollen.

Sehen Sie hier ein Statement von Generalvikar Harald Heinrich zur neuen Handreichung.

Soeben hat Generalvikar Harald Heinrich das erste Exemplar dieser Handreichung an Pastoralreferent Bernhard Scholz überreicht, der die diözesane Koordinationsstelle zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt leitet und maßgeblich an der Vorbereitung der Handreichung beteiligt war. "Prävention gegenüber jeder Form von Gewalt, insbesondere sexualisierter Gewalt, ist eine zentrale Verpflichtung aller in unserer Kirche, ob beruflich oder ehrenamtlich tätig", betont Generalvikar Heinrich in der Handreichung. Es liege ihm sehr am Herzen, dass jede und jeder im Bistum den eigenen Beitrag leiste, damit unter uns eine "Kultur der Achtsamkeit" wachse. "Denn insbesondere Schutzbefohlene, ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, sollen sich in den verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen der Kirche von Augsburg sicher fühlen und entfalten können", so der Generalvikar weiter. Sein besonderer Dank gilt dem diözesanen Team, das die Handreichung erstellt hat. "In gleicher Weise gilt dies schon jetzt all jenen, die in den Pfarrgemeinden die Verantwortung für die Umsetzung übernehmen werden." Die Präventionsordnung sieht vor, dass in jeder Pfarrei beziehungsweise Pfarreiengemeinschaft hierfür eine verantwortliche Person benannt wird.
Die Handreichung besteht aus drei Teilen. Sie will, wie der Generalvikar hervorhebt, Wege zu einer guten Umsetzung eröffnen und praxisnahe Hilfen geben. Der erste, blau gefasste Teil enthält die diözesane Präventionsordnung sowie die Dokumente, die maßgebliche Teile des Schutzkonzepts sind. Dazu zählt das ausführliche Prüfschema zur Einordnung ehrenamtlicher Tätigkeiten im kirchlichen Bereich; es beschreibt all jene Tätigkeiten mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen, für die ein erweitertes Führungszeugnis erforderlich ist; ebenso sind eine Verpflichtungserklärung und ein Rahmen-Verhaltenskodex in diesem ersten Teil zu finden. Der zweite, in gelber Farbe gefasste Teil enthält Vorlagen und Formulare zur praxisnahen Umsetzung des institutionellen Schutzkonzepts; in einer Übersicht ist zusammengestellt, wer vor Ort für das Schutzkonzept Verantwortung trägt und welche Personen was zu tun haben - von den Dekanen über Pfarrer und pastorale Mitarbeiter/-innen bis hin zu ehrenamtlich Tätigen, Beratungsstellen, Missbrauchsbeauftragten und den Personalabteilungen des Bistums; dieser zweite Teil stellt dann thematisch sortierte Vorlagen und Formulare bereit, die als Kopiervorlagen verwendbar sind. Der dritte, grün gefasste Teil bietet schließlich ausgearbeitete Einführungs- und Schulungsveranstaltungen für Ehrenamtliche: Vorschläge für Präventionsschulungen in der Kinder- und Jugendarbeit und bei Senioren und Menschen mit Behinderungen; methodische Anregungen zu Nähe-Distanz-Übungen, Fallbeispiele als Gesprächsanregung sowie Modelle für liturgische Feiern runden diesen Praxisteil ab.